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Die Voraussetzungen für ein gelungenes Wargame

Ich denke, dass ein Spiel nur dann interessant ist, wenn die Seiten ausgeglichen und die eigenen Spielgegebenheiten eine Herausforderung sind. Ein wahrhaft spannendes Spiel ist dasjenige, bei dem Sieg und Niederlage auf Messers Schneide stehen und jeder durch sein eigenes Tun seine Auswirkung auf den Ausgang spürt und so an dem Ringen um den Siegt beteiligt ist. (relevante Eigenwirksamkeit siehe Denkfabrik)

Anders als üblich vertrete ich die Auffassung, dass es nicht auf eine Ausgeglichenheit in den Zahlen (gleich viele Kämpfende, Speere, was auch immer), sondern ausschließlich auf eine Ausgeglichenheit in der Stärke der Gruppe beim jeweiligen Spiel ankommt. Da dies eine nahezu unlösbare Aufgabe ist, erklärt sich auch meine Gelassenheit gegenüber nachträglichen Ausgleichsversuchen. Dass kleine Ungleichheiten verbleiben, ist unvermeidlich und nicht weiter problematisch.

Desweiteren denke ich, dass das Gelände und die Aufträge, die einem zukommen, so gestaltet sein müssen, dass es eine Symmetrie der Kräfte gibt. Dazu muss nicht das Spielfeld symmetrisch sein.

Ich vertrete eine ähnliche Auffassung wie Blizzard, die sowohl versuchen die unterschiedlichen Spielgruppen (die in ihren Eigenschaften unterschiedlich sind) als auch die Spielkarten / -orte auszugleichen, beziehungsweise in ein Gleichgewicht zu bringen.

Ausgleichsmöglichkeiten Gruppe

Folgende Faktoren müssen beim Ausgleich beachtet werden:

Eine Gruppe von 7 Veteranen-Langwaffen dürfte einer Gruppe von 20 Nahkämpfenden gleichwertig sein.

Oft ist es auch ratsam, mehr als nur zwei Gruppen zu haben. Dadurch kommen Bündnisprobleme zustande. Hier sollten bei gleichstarken Gruppen gerade 2,4,6 Gruppen gebildet werden, da sonst schnell ein Dauerbündnis gegen die 3te Gruppe erzeugt wird.

Ausgleichsmöglichkeiten Gelände

Folgende Faktoren müssen beim Ausgleich beachtet werden:

Am leichtesten davon kann der Startpunkt verändert werden. Hier ist vor allem die Zeit und die Ansteuerung bis zu den Engpässen interessant.

Wenn es nur einen Engpass gibt, verkommen Spiele oft zu stehenden Situationen. Interessante Spiele haben zu jedem Ziel mehr als einen Weg und die Wege sind mehr oder weniger gleichwertig. Besonders interessant sind Spiele, bei denen die Wege für die jeweiligen Gruppen unterschiedliche Wertigkeiten haben.

Zum Beispiel:
Weg A hat einen Brückenengpass, der durch die an Speeren überlegene Gruppe leicht zu meistern ist.
Weg B ist gekennzeichnet durch ein offenes Feld. Hier kann die durch Läufer überlegene Gruppe gut agieren.
Weg A ist also für die Läufergruppe ein Menschenfresser.
Weg B ist also für die Speergruppe ein Menschenfresser.

Ausgleichsmöglichkeiten Aufträge

Folgende Faktoren müssen beim Ausgleich beachtet werden:

Interessant sind hier immer Aufträge, die konfrontativ aufeinander bezogen sind und beide Gruppen das wissen. Zum Beispiel:
Gruppe A: Bewacht diesen Weg, der zu Ort A führt.
Gruppe B: Erreicht diesen Ort A.

Spannend sind bei mehreren Gruppen wechselnde Bündnisnotwendigkeiten.

Gruppe A: Besorgt von Gruppe C und D Objekte. Verliere nicht deine eigenen Objekte.
Gruppe B: Besorgt von Gruppe D und A Objekte. Verliere nicht deine eigenen Objekte.
Gruppe C: Besorgt von Gruppe A und B Objekte. Verliere nicht deine eigenen Objekte.
Gruppe D: Besorgt von Gruppe B und C Objekte. Verliere nicht deine eigenen Objekte.

Ausgleichsmöglichkeiten während des Spiels

Bei großen Spielen ist es sinnvoll, eine unabhängige Gruppe zu schaffen, die je nach Spielsituation in ein Geschehen eingreift. Die unabhängige Gruppe kann so auf Schwächen und Stärken einwirken und Ungleichgewichtssituationen normalisieren, soll dabei aber nicht parteiisch in das Gewinnen oder Verlieren eingreifen. Diese Gruppe kann auch als Kommunikationssystem für die Spielleitung dienen.